Geschichte

Mit der Erweiterung des Schengen-Raumes um neun Mitgliedstaaten der Europäischen Union gewann die Oder-Neiße-Grenze eine neue Qualität. Die Aufhebung der Grenzkontrollen Ende 2007 eröffnet ein neues Kapitel in den deutsch-polnischen Beziehungen. Die Grenze zwischen Polen und Deutschland war jahrzehntelang ein umstrittenes Politikum. In der Weimarer Republik wurde die im Versailler Vertrag gezogene neue Ostgrenze Deutschlands als „blutende Grenze“ bezeichnet. Nach dem Zweiten Weltkrieg zelebrierten die DDR und die Volksrepublik Polen an der „Oder-Neiße-Friedensgrenze“ eine vordergründige Freundschaft. Dagegen gab es in der Bundesrepublik heftige Auseinandersetzungen um eine Anerkennung der deutsch-polnischen Grenze an Oder und Neiße. Erst der 2+4-Vertrag sowie der Nachbarschaftsvertrag von 1991 lösten das Problem. Bei allen Auseinandersetzungen machten sich beide Seiten selten bewusst, dass gerade das deutsche Wort „Grenze“ die Nachbarn verbindet: Es ist eines der wenigen polnischen Lehnwörter im Deutschen. In diesem Sinne stellt unsere Tour ein grenzüberschreitendes Projekt dar, das sich dies- und jenseits der heutigen Grenzlinie bewegt, um mit seinem Filmprogramm ein verbindendes Element zwischen den Menschen dies- und jenseits von Oder und Neiße zu schaffen.